Du wolltest es doch – Louise O´Neill

aus dem Carlsen – Verlag

Klappentext: Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jedem herumkriegt.

Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen.

Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?

Schreibstil: Am Anfang hatte ich Probleme damit, dem Text richtig zu folgen, weil alles ein wenig durcheinander schien. Doch als ich mich ein wenig daran gewöhnt hatte, wie die Autorin ihren Text verfasst hatte, kam ich ganz gut damit klar und ich konnte ihn verfolgen. Dennoch wäre mir hier eine klarere Struktur lieber gewesen, denn am Anfang habe ich das Buch aufgrund dessen mehrmals weggelegt.

Cover: Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Zwei nackte Beine auf geblümten Untergrund. Und darauf der Titel. Es passt hervorragend zum Buch.

Charaktere: Die Charaktere sind nicht sehr vertieft worden, aber das braucht es in dem Buch nicht. Man lernt zuerst Emma und ihre Freunde und Familie kennen, aber alles nur oberflächlich. Auch vom Charakter her sind viele ziemlich oberflächlich, allen voran Emma. Aber damit bedient die Autorin nur das Klischee einer reichen Vorstadtgegend. Wo alle nur auf ihr Aussehen achten und wie sie in der Gesellschaft dastehen. Und dieser Gedanke zieht sich durch das ganze Buch, vor allem auch nach der Tat, denn die Eltern Emmas können damit nicht umgehen, machen sich unter anderem Gedanken darum, was andere über sie denken könnten, anstatt sich um ihre Tochter zu kümmern, der alles zu viel wird. Emma zieht sich zurück, was ich vollkommen verstehen kann. Einzig ihr Bruder ist ein kleiner Halt für sie, bzw. möchte er es wohl gerne sein.

Die Geschichte: Das Thema ist äußerst wichtig und sollte auch offen behandelt werden. Denn wie die Autorin schreibt: „Auch wenn es vordergründig nicht den Anschein hat, als würde unsere Gesellschaft sexueller Gewalt Vorschub leisten, reicht es aus, um zu erkennen, dass sexuelle Übergriffe […] zu oft heruntergespielt und kleingeredet werden.“

Die Autorin hat sich speziell auf das „danach“ konzentriert und wie Opfer damit umgehen, wie sie sich schuldig fühlen und wie ihnen die Schuld zugesprochen wird, auch wenn niemand genau sagen kann, was wirklich passiert ist, der nicht dabei war. Sie hat gezeigt, was passieren kann, wenn man einfach von Tatsachen ausgeht, ohne, dass darüber gesprochen wird und einfach Gerüchten geglaubt wird. Das Ende fand ich sehr unbefriedigend, weil es in meinen Augen kein wirkliches Ende war, aber auch das hat die Autorin erklärt, sie wollte „bewusst kein konventionelles Happy End schreiben und die LeserInnen nicht emotional manipulieren.“ Was ich auch verstehen kann, aber dennoch sind mir Bücher mit einem richtigen Ende doch lieber.

Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich einige Kritikpunkte meiner Bloggerkollegen nachvollziehen kann. Ich selbst bin aber froh, das Buch gelesen zu haben und würde es auch weiterempfehlen.

||Werbung wegen Namensnennung.||

||Alle deutschen Rechte liegen beim Verlag||

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